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 Cosmopolis von Don DeLillo

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BeitragThema: Cosmopolis von Don DeLillo   Mi Jul 11, 2012 8:19 am



Rezension von Babs

„Cosmopolis“ von Don DeLillo ist ein zeitgenössischer Roman aus dem Jahr 2003, der von David Cronenberg für die Leinwand adaptiert wurde und gerade in den deutschen Kinos im Verleih der Falcom Media angelaufen ist. Deshalb hat der Kiepenheuer & Witsch Verlag das Buch zum Film zur Deutschland-Premiere am 31.5.2012 auch als Taschenbuch herausgebracht.
In der Hauptrolle des Eric Packer brilliert Robert Pattinson, den wir 24 Stunden durch New York begleiten auf der Suche nach sich selbst, dem Sinn des Lebens, der Macht des Geldes, nach „Mehr“ bis hin zur Freiheit sich selbst zu zerstören.
Das Hardcover (2. Auflage 2003) umfasst 204 Seiten und hat auf dem Umschlag eine Stretchlimousine abgebildet, das Taschenbuch umfasst 205 Seiten ohne Bilder zum Film und hat das Filmplakat mit Eric/Robert in seiner Limo abgebildet.
Ich durfte der Pressevorführung zur Premiere in Berlin beiwohnen und möchte euch jetzt das Buch und den Film vorstellen.
Für das Rezensionsexemplar bedanke ich mich herzlich!


Eric Michael Packer, Spekulations-Milliadär in der Sinnkrise, braucht einen Haarschnitt – so viel steht fest! Dazu muss er mit seiner Stretchlimousine quer durch New York zum Frisör seiner Kindheit – und das obwohl der Präsident in der Stadt ist, wodurch ganze Areale nicht passierbar werden, ein großer Beerdigungszug die Straßen blockiert und ein Attentäter hinter ihm her ist. So kriecht er dahin und führt sein Imperium von der Limo aus: er spekuliert gegen den japanischen Jen (im Film: chinesischen Yuan) und ruiniert dabei sein gesamtes Vermögen. Alle müssen zu ihm in die Limo kommen: Technologiechef, Währungsanalyst, Galeristin und Geliebte (im Film), Finanzchefin, Oberste Theoretikerin, sogar der Arzt, der dort seine Prostata untersucht! Auch Sex hat er in der Limo (und nicht nur dort), aber der ist ihm nicht wichtig. Er sucht die Verbindung zu seiner ihm entfremdeten Frau Elise die er als einzige immer wieder trifft, dafür verlässt er sogar seine Limo, er versucht sie zu verstehen, an sich zu binden, Sex mit ihr zu haben, scheitert jedoch. Gleichzeitig blockieren Demonstranten gegen die Börse die Straßen und überfallen und verunstalten sein Auto. Auch das dringt nicht richtig zu ihm vor, wir erleben das aus der abgeschiedenen, der Welt enthobenen Isolation Erics in seiner Limo. Nur als sein Lieblings-Rapper zu Grabe getragen wird, zeigt er Emotionen, die man dankbar aufnimmt. Eric sinkt immer tiefer in den Strudel der Ereignisse, driftet bewusst seiner Selbstzerstörung entgegen: er verlangt von seiner Bodyguard mit einer Taser-Waffe geschockt zu werden, ein Tortenattentäter lauert ihm auf und der halbfertige Haarschnitt gleicht eher einer Verstümmelung. Wenn er endlich in Erfüllung des Schicksals seinem Attentäter Benno entgegen tritt, traut man sich kaum zu atmen, so dicht ist die Atmosphäre. Es zieht sich immer länger, man möchte, dass es aufhört, denn der Dialog lastet zentnerschwer auf einem, aber dann auch wieder nicht, denn solange sie reden, schießt er nicht. Seine letzte Kugel schießt Eric sich selbst in die Hand und so driftet das Szenario in eine Hinrichtung.


Don DeLillos Roman ist keine leichte Kost und dementsprechend ist auch David Cronenbergs Filmadaption sehr fordernd. Die fast schon philosophischen Dialoge wurden von Cronenberg 1:1 übernommen – weshalb sich Buch und Film gut zusammen besprechen lassen – und verlangen eine gewisse Konzentration, in beidem!
Die Sprache DeLillos ist beinahe wie in Stein gemeißelt, was auch bei der Übersetzung deutlich wird. Die Dialoge im Film werden wie Gedichte rezitiert – vor allem in der OV des Films ein absoluter Hochgenuss!
Das fast kammerspielartige Setting in der Stretchlimousine, in der der Großteil der Handlung stattfindet (im Film mehr noch als im Buch), lässt uns zu Eric in die Limo kriechen und nimmt uns mit in seine Isolation. Zäh kriecht die Handlung, genau wie die Limo und nimmt doch den Leser/Zuschauer gefangen, unaufhaltsam auf dem Weg zur Selbstzerstörung.
Immer im Fokus dabei Robert Pattinson, der den Eric famos verkörpert in seiner unnahbaren Entrücktheit, in der Einsamkeit derer, die ganz oben stehen. Er dominiert jede Szene, macht seine Gegenüber zu Spielbällen, lässt uns bei Erics Demontage mitfühlen und mitleiden bis er im Finale auf den ebenfalls großartigen Paul Giamatti (Benno) trifft. Beide liefern sich ein selten gesehenes Rededuell von unglaublicher Intensität, das einen in den Sitz schweißt und man hinterher nicht weiß wie man je wieder aufstehen soll.

„Cosmopolis“ ist ein besonderes Buch und sicher der etwas andere Film, meisterhaft inszeniert vom Meister des Bizarren mit einem brillanten, ganz anderen Robert Pattinson. Wer sich darauf einlässt, wird mit einem Kunstwerk belohnt, das haften bleibt und noch lange zum Nachdenken anregt. Kino vom Feinsten und absolut lesenswert!
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OrlandoCullen

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BeitragThema: Re: Cosmopolis von Don DeLillo   Di Sep 18, 2012 6:21 pm

Wer von euch hat den Film schon gesehen?
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Selene



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BeitragThema: Re: Cosmopolis von Don DeLillo   Mi Sep 19, 2012 2:27 am

ich bei der Premiere^^ ich fande ihn richtig toll. Vor allem Robert war bemerkenswert
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OrlandoCullen

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BeitragThema: Re: Cosmopolis von Don DeLillo   Do Sep 20, 2012 9:16 pm

Ich bin auch schon sehr gespannt auf den Film. Kommt ja demnächst auf DVD raus, dann werde ich mir den ganz in Ruhe anschauen. Die Filme von David Cronenberg sind ja ziemlich gewöhnungsbedürftig, wenn ich das mal so sagen darf. Von daher hat Robert da schon einen ziemlichen Sprung von der Twilight Saga gemacht. Wie bist Du mit dem so ganz anderen Genre Film zurecht gekommen?
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BeitragThema: Re: Cosmopolis von Don DeLillo   Fr Sep 21, 2012 2:52 am

Ganz gut... Weil ich mich damit abgefunden habe, dass Rob jetzt neue Wege beschreitet. Ich hab schon andere Filme von David C. gesehen und muss dir da echt zustimmen, dass die Filme echt etwas anders sind. Deshalb war ich noch gespannter auf diesen und konnte mich gut ins Genre einleben.
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BeitragThema: Re: Cosmopolis von Don DeLillo   So Sep 23, 2012 8:34 pm

Jetzt würde mich natürlich interessieren, welche Filme von David Cronenberg Du außer Cosmopolis gesehen hast Smile
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BeitragThema: Re: Cosmopolis von Don DeLillo   So Sep 23, 2012 9:09 pm

Tödliche Versprechen und eine dunkle Begierde Smile
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BeitragThema: Re: Cosmopolis von Don DeLillo   Mo Sep 24, 2012 12:52 am

"Eine dunkle Begierde" habe ich auch gesehen. Den fand ich nun ja, gewöhnungsbedürftig..
"Existenz" habe ich noch gesehen. Der war ziemlich "abgefahren".
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BeitragThema: Re: Cosmopolis von Don DeLillo   Mo Sep 24, 2012 5:10 am

Also ich glaube von ihm werde ich mir keine weiteren Filme angucken, außer Rob spielt wieder mit. Es ist einfach nicht so mein Ding...Manchmal kann man den Hauptfiguren oder Nebenrollen einfach nicht folgen und das sollte man in einem Film schon können. Vor allem habe ich Cosmopolis nochmal mit meinem Freund geguckt und der meinte, dass man den Film kaum versteht bzw die Beziehungen zwischen den Charakteren, wenn man das Buch nicht gelesen hat. Das Ende fande ich dann auch wieder ziemlich gewöhnungsbedürftig....
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BeitragThema: Re: Cosmopolis von Don DeLillo   Mo Sep 24, 2012 8:31 pm

Ist es demnach ratsam, das Buch zuerst zu lesen?
Naja, das schaffe ich vermutlich nicht mehr - dank meiner "to read liste" - aber ich kann ja mal den Versuch machen, den Film zu schauen, dann das Buch zu lesen um danach nochmal den Film zu kucken Smile
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BeitragThema: Re: Cosmopolis von Don DeLillo   Mo Sep 24, 2012 8:37 pm

ja das wäre wirklich ratsam und plane für das Buch viel Zeit ein. Man muss sich wirklich durch kämpfen. So ging es mir jedenfalls.
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BeitragThema: Re: Cosmopolis von Don DeLillo   Di Okt 16, 2012 9:39 pm

So, die erste "Hürde" wäre geschafft Smile
Hab den Film gestern angeschaut.

Was soll ich sagen..
"Verstörend" ist vielleicht eine treffende Bezeichnung Cool
Ich hatte auch Mühe den Film und die Beziehungen zwischen den Charakteren zu verstehen - demnach sollte ich jetzt das Buch lesen Smile

Schade, ich hätte gern Besseres berichtet, aber ich war dann echt froh, als der Film vorbei war - das ist kein gutes Zeichen.

Rob beim Spielen zuzuschauen war allerdings eine Augenweide. Aber die Story ist definitiv nicht mein Fall.
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BeitragThema: Re: Cosmopolis von Don DeLillo   Mi Okt 17, 2012 7:25 pm

Es ist echt ganz schön anstrengend, aber es war mal spannend etwas anderes zu sehen Smile

Aber wie dir erging es meinem Freund auch. Razz
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BeitragThema: Re: Cosmopolis von Don DeLillo   Mi Okt 17, 2012 8:31 pm

Ich sollte wohl unbedingt das Buch lesen Smile
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